Dezentrale Wohnraumlüftungen

Mit einer dezentralen Wohnraumlüftung können einzelne Räume individuell gelüftet werden, ohne dass Rohrleitungen verlegt werden müssen. Somit ist bei Modernisierungen auch ein nachträglicher Einbau von dezentralen Lüftungssystemen und Abluftanlagen möglich.

Dezentrale Wohnraumlüftungen benötigen eine geringere Luftleistung als zentrale Lüftungssysteme, da sie nur einzelne Räume versorgen. Inkludierte Wärmetauscher halten die Raumwärme im Innenbereich und sparen Energiekosten. Wir haben verschiedene Produkte für jeden Bedarf im Angebot.

Vorteile der dezentralen Wohnraumlüftung

Mit einem dezentralen Lüftungssystem können Sie zugfrei lüften, ohne Fenster öffnen zu müssen. Eine sehr hohe Luftleistung (mit einem Luftvolumenstrom von bis zu 85m³/h Luftleistung) ist ideal für große oder vielgenutzte Räume wie Schulklassen, Veranstaltungsräume, Büros.

Dezentrale Lüftungsgeräte zeichnen sich auch durch ausgezeichnete Schalldämmung und geringen Stromverbrauch von 3-6 W aus. So verbessern Sie Ihr Raumklima durch die Zufuhr von Frischluft und den Abtransport von feuchter Luft über Luftreinigungssysteme auch in Räumen, die Sie auf herkömmlichem Wege nicht ausreichend lüften können.

 

Lüftungsanlagen in gedämmten und feuchten Gebäuden

Besonders in fassadengedämmten Häusern kann kein ausreichender Frischluftaustausch durch die Wände stattfinden. Das birgt besonders in Altbauten die Gefahr, dass die Luftfeuchtigkeit steigt und sich Schimmel bildet – besonders in den Ecken der Außenwände.

Schimmel wächst ab einer relativen Luftfeuchte von 80 %, wobei ein Mensch pro Tag bis zu 1,5 Liter an die Luft abgibt. In gut gelüfteten Räumen sollte die Luftfeuchte bei 40 bis 60 % liegen.

Um dies sicherzustellen, lässt sich ein dezentrales Lüftungssystem durch Kernbohrung ganz einfach in die Außenwand installieren.

 

Kontrollierte Wohnraumlüftung durch dezentrale Lüftung

Es gibt zwei Arten von dezentralen Wohnraumlüftungen:

  1. Den kontinuierlichen Betrieb mittels Permanentlüfter, der zwei Ventilatoren eingebaut hat, oder
  2. den Betrieb im Gegentakt mittels Pendellüfter mit nur einem Ventilator und wechselnder Laufrichtung des Luftstroms.

Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung über einen Wärmetauscher mit Speicherkern oder Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher spart zusätzlich Heizkosten und schont die Umwelt.

 

Permanententlüfter

Beim Permanentlüfter fördern zwei eingebaute Ventilatoren gleichzeitig Frischluft in den Raum und Abluft aus dem Raum. Im Lüftungsgerät befindet sich ein Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher. Die Wärmerückgewinnung findet in diesem Gegenstrom-Wärmetauscher statt. Voneinander getrennt laufen beide Luftströme an diesem Wärmetauscher vorbei, sodass die Wärme aus der Raumluft gewonnen und auf die Zuluft übertragen werden kann.

Permanentlüfter können Einzelräume belüften und entlüften und lassen sich in Zuluft-Räumen (Wohnräume) und Abluft-Räumen (Küche, Bad, WC) installieren. Ein zusätzlicher Enthalpie-Wärmetauscher gewinnt die Feuchtigkeit aus der Abluft mithilfe einer halbdurchlässigen Membran, die nur Feuchtigkeit und Wärme durchlässt, zurück – Gerüche und Schmutz hingegen nicht. Dies ist vor allem im Winter nützlich, wenn die Außenluft relativ trocken ist.

 

Pendellüfter

Pendellüfter (oder Push-Pull Geräte) haben nur einen Ventilator für zwei Geräte und einen keramischen Wärmespeicher. Durch die zwei Geräte sind zwei Bohrungen in der Außenwand notwendig.

Ein Gerät sorgt dafür, dass die verbrauchte Luft abgeführt wird, das andere sorgt dafür, dass Frischluft nachströmt. Im Gegenbetrieb saugt der Ventilator die warme Raumluft an und führt sie zum Speicherkern; die Raumluft gibt die Wärme an den Speicherkern ab und wird danach ins Freie geblasen.

Nach ca. 70 Sekunden ändert der Ventilator seine Drehrichtung und der Prozess wird umgekehrt – damit ändert sich die Richtung des Volumenstroms. Das zweite Lüftungsgerät saugt frische Außenluft an und führt sie zu dem vorher erwärmten Speicherkern, der die Wärme an die Luft abgibt. Die erwärmte Luft wird danach in den Raum weitergeleitet.

Pendellüfter sind für Zuluft-Räume wie Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer geeignet.

 

Dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Einfache Lüftungen sorgen für den Mindestluftwechsel und führen die Abluftwärme ungenutzt ins Freie. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung hingegen nutzen die Energie optimal.

Dezentrale Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung gewinnen durch einen integrierten Wärmetauscher bis zu 90 % Wärme aus der Abluft zurück. Die Wärme wird auf die hereinströmende Außenluft übertragen, sodass weniger Heizenergie aufgewendet werden muss, um die Raumluft auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen.

Je nach Bauart kann auch Luftfeuchtigkeit aus der Abluft wiedergewonnen werden. Eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung arbeitet daher effizient, kostengünstig und umweltfreundlich. Außerdem halten eingebaute Filter Schmutzpartikel, Straßenlärm, Pollen und auch Gerüche ab.

 

Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher

Im Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher fließen abwechselnd Zuluft- und Abluftströme, die einander aber nicht direkt berühren. Aus der Abluft wird Wärmeenergie gewonnen und an die Zuluft abgegeben. Die Luftströme verlaufen in entgegengesetzter Richtung und kreuzen sich im Gerät, wodurch sich die Kontaktzeit für die Wärmeübertragung verlängert. Durch dieses Verfahren erhöht sich der Temperaturwirkungsgrad und der Wärmetauscher arbeitet effizienter.

 

Wärmetauscher aus Keramik

Im Pendellüfter führt ein Gerät die Abluft ab, die ihre Wärmeenergie an den Speicherkern aus Keramik mit möglichst großer Oberfläche abgibt. Das zweite Lüftungsgerät führt die frische Außenluft zu dem vorher erwärmten Speicherkern, der damit den Luftstrom erwärmt. Der Wärmeakku aus Keramik ist wasserundurchlässig und hat eine hohe spezifische Wärmekapazität – er kann daher Wärme sehr gut zwischenspeichern und abgeben.

 

Wie wird die dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung gesteuert?

Die dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung lässt sich manuell über einen Wandschalter, eine Fernbedienung oder via App über das WLAN steuern. Darüber hinaus kann die Lüftung auch über Regler bedarfsgeführt gesteuert werden, je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder CO2-Anteil in der Luft. Außerdem ist es möglich, eine gewisse Nachlaufdauer einzustellen. Für Küche, WC und Bad sind Feuchtigkeitssensoren empfehlenswert, für Aufenthaltsräume CO2-Sensoren.

 

Einbau der dezentralen Lüftung

Eine dezentrale Lüftungsanlage eignet sich besonders für den nachträglichen Einbau in Gebäuden, da kein Luftverteilsystem wie bei der zentralen Lüftung notwendig ist. Zentrale Lüftungssysteme eignen sich daher eher für Neubauten. Bei der Permanentlüftung laufen beide Luftströme ohne Unterbrechung über ein Gerät, es ist daher lediglich eine Bohrung in der Außenmauer notwendig. Beim Pendellüfter gibt es zwei Geräte, die abwechselnd laufen. Durch die zwei Geräte sind zwei Bohrungen in der Außenwand notwendig, um die Anlage zu installieren.

Installation der Lüftungsgeräte

Die Lüftungsgeräte sollten möglichst oben im Raum platziert werden, da sich die verbrauchte Luft oben im Raum sammelt. Die dezentralen Lüftungsgeräte sind zwar leise, können aber im Schlafzimmer dennoch störend sein. Für besonders dünne Wände gibt es spezielle Modelle. Außerdem gibt es Modelle in unauffälligem Design sowie Modelle mit Feinstaubfiltern oder Außengittern. Bei manchen Geräten kann die Abschaltung des Lüftungssystems über eine geheime Funktion verhindert werden, was ideal für Vermieter ist. Für dezentrale Lüftungsanlagen haben wir auch ergänzendes Zubehör im Angebot.